Vergilbte, zerkratzte oder altmodische Innentüren wirken schnell wie ein Renovierungsstau, obwohl Boden, Wandfarbe und Möbel längst erneuert sind.
Aus meiner Praxis in Wohnungen zwischen 45 und 90 m² zeigt sich: Die Tür wird oft zu spät eingeplant. Dabei prägen sechs Innentüren in einer typischen 3-Zimmer-Wohnung den Gesamteindruck stärker als ein einzelnes neues Regal. Wer Türen renoviert, spart häufig Geld, muss aber sauber arbeiten. Wer austauscht, bekommt meist die bessere technische Lösung, zahlt aber für Montage, Zarge, Beschläge und Nacharbeiten deutlich mehr.
Die erste Entscheidung fällt nicht nach Farbe, sondern nach Zustand. Ein Türblatt mit kleinen Kratzern, vergilbtem Lack oder alten Beschlägen ist ein guter Kandidat für eine Renovierung. Kritisch wird es, wenn die Tür verzogen ist, am Boden schleift, an der Schlossseite nicht mehr sauber schließt oder die Zarge locker sitzt. Auch aufgequollene Kanten nach Feuchtigkeit, etwa am Bad oder in einer schlecht belüfteten Küche, sind ein Warnsignal.
In vielen deutschen Altbauwohnungen sind Innentüren 198,5 cm hoch, manchmal aber auch deutlich höher. In Neubauten sind Standardmaße nach DIN 18101 verbreitet, etwa Türblattbreiten von 735 mm, 860 mm oder 985 mm und Höhen um 1985 mm oder 2110 mm. Das klingt nach Detail, entscheidet aber über die Kosten. Ein Standard-Türblatt aus dem Baumarkt ist günstig. Eine angepasste Altbau-Tür oder eine Sonderzarge kann schnell mehrere hundert Euro mehr kosten.
In einer Mietwohnung gilt zusätzlich: Die Innentür gehört in der Regel zur Mietsache. Lackieren in neutraler, fachgerechter Ausführung ist meist unproblematischer als das Kürzen, Austauschen oder Entfernen einer Tür. Vor allem bei Zargen sollten Mieter schriftlich mit dem Vermieter klären, was erlaubt ist. In einer Eigentumswohnung betrifft eine normale Innentür meist das Sondereigentum. Bei Wohnungseingangstüren ist wegen Brandschutz, Schallschutz und WEG allerdings große Vorsicht geboten. Dieser Ratgeber bezieht sich auf Innentüren innerhalb der Wohnung, nicht auf Wohnungseingangstüren.
Es gibt vier praxistaugliche Wege: reinigen und Beschläge tauschen, lackieren, folieren oder komplett austauschen. Die preiswerteste Lösung ist nicht immer die beste. Gerade bei Türen sieht man unsaubere Kanten, Staubeinschlüsse im Lack und schlecht geschnittene Folie jeden Tag auf Augenhöhe.
1. Reinigen, einstellen, Beschläge tauschen: Wenn die Tür grundsätzlich gut aussieht, reichen neue Drückergarnituren oft aus. Einfache Modelle kosten 12 bis 25 € pro Stück, bessere Edelstahlgarnituren 30 bis 80 €. Neue Bänder oder Bandunterteile können je nach System 5 bis 25 € kosten. Dazu kommen eventuell neue Türstopper für 5 bis 20 €. Diese Variante ist ideal für solide weiße Türen, die nur alt wirken, weil gelbliche Kunststoffgriffe montiert sind.
2. Lackieren: Lackieren ist der Klassiker. Für eine Tür mit Zarge brauchen Sie Reiniger, Schleifpapier, Spachtel, Grundierung, Lack, Rolle und Pinsel. Materialkosten liegen realistisch bei 35 bis 90 € pro Tür, wenn Werkzeug teilweise vorhanden ist. Bei sechs Türen summiert sich das trotzdem auf 210 bis 540 €. Ein Fachbetrieb nimmt je nach Zustand, Demontage und Zarge häufig 180 bis 350 € pro Tür. Bei profilierten Altbautüren kann es mehr werden, weil das Schleifen und Lackieren wesentlich länger dauert.
3. Folieren: Türfolie kostet je nach Qualität etwa 20 bis 60 € pro Seite. Für Türblatt, Kanten und etwas Verschnitt sollten Sie pro Tür 45 bis 140 € einplanen. Folie ist schnell sichtbar erfolgreich, aber sie verzeiht wenig. An der Falz, rund um Schloss und Bandtaschen sowie an der Zarge entstehen die meisten Fehler. Für Mietwohnungen kann Folie interessant sein, wenn sie rückstandsfrei entfernbar ist. Das muss aber zum Untergrund passen, sonst lösen Sie beim Abziehen alten Lack mit ab.
4. Austausch: Ein einfaches CPL-Türblatt kostet im Baumarkt oft 70 bis 180 €. Eine passende Zarge liegt etwa bei 80 bis 220 €. Drückergarnitur und Schloss können weitere 25 bis 100 € ausmachen. Mit Montage durch einen Handwerker sind pro Tür häufig 350 bis 750 € realistisch. Bei Sondermaßen, Altbauzargen, Stahlzargen oder Wandstärken außerhalb des Standards steigt der Betrag. Nacharbeiten an Tapete, Putz, Sockelleisten und Boden werden oft unterschätzt.
Nach 15 Jahren Beratung und Baustellenpraxis empfehle ich: Erst eine Tür komplett als Muster fertigstellen, dann alle anderen Türen angehen. So sehen Sie, ob Farbe, Glanzgrad, Griff und Aufwand wirklich passen.
| Variante | Kosten pro Tür | Aufwand | Geeignet für |
| Beschläge tauschen | 20 bis 100 € | gering | intakte Türen mit veralteter Optik |
| Lackieren in Eigenleistung | 35 bis 90 € | mittel bis hoch | stabile Holztüren, glatte Türen, Altbauprofile |
| Folieren | 45 bis 140 € | mittel | glatte Türblätter, moderne Optik, schnelle Lösung |
| Lackieren durch Fachbetrieb | 180 bis 350 € | gering für Bewohner | sichtbare Wohnbereiche, höhere Qualitätsansprüche |
| Tür und Zarge austauschen | 350 bis 750 € | hoch | verzogene Türen, neue Raumwirkung, technische Verbesserung |

Beim Lackieren entscheidet die Vorbereitung über das Ergebnis. Eine Türfläche von rund 2 m² klingt klein, ist aber gnadenlos sichtbar. Alte Fingerabdrücke, Fett und Silikonreste führen dazu, dass Lack nicht haftet. Deshalb beginnt die Arbeit mit gründlichem Reinigen, etwa mit Anlauger oder geeignetem Fettlöser. Danach werden Beschläge, Rosetten und Schlossblenden entfernt. Das Türblatt sollte möglichst ausgehängt und waagerecht auf Böcke gelegt werden.
Für alte Lacktüren reicht meist Anschleifen mit 180er bis 240er Körnung. Lose Lackschichten müssen komplett entfernt werden. Macken werden gespachtelt und nach dem Trocknen fein geschliffen. Bei rohem Holz, dunklen Altbeschichtungen oder Flecken ist eine passende Grundierung sinnvoll. Bei vielen Baumarkt-Lacken steht zwar 2-in-1 auf der Dose, in der Praxis ist eine separate Grundierung bei problematischen Untergründen oft die sicherere Lösung.
Für Innentüren werden wasserbasierte Acryllacke häufig verwendet, weil sie geruchsärmer sind und schnell trocknen. PU-verstärkte Lacke sind robuster, etwa an Kinderzimmer- oder Flurtüren. Ein 750-ml-Gebinde guter Türlack kostet meist 18 bis 35 €. Für eine Tür inklusive Zarge können je nach Deckkraft ein bis zwei Gebinde nötig sein. Rechnen Sie mit zwei dünnen Lackschichten statt einer dicken. Dicke Schichten laufen an Kanten, trocknen langsamer und wirken später unruhig.
Wichtig ist auch der Glanzgrad. Seidenmatt verzeiht mehr als Hochglanz. Reinweiß wirkt frisch, kann aber zu alten Wänden und cremefarbenen Schaltern hart aussehen. In Altbauwohnungen passen gebrochene Weißtöne oft besser. Wenn Türen, Zargen und Sockelleisten zusammengehören, sollte der Farbton abgestimmt werden. Hier lohnt ein Probeanstrich auf einer unauffälligen Stelle.
Typische Fehler sind überlackierte Dichtungen, festgeklebte Türfalze, sichtbare Pinselspuren und nicht demontierte Beschläge. Wer eine Zarge lackiert, muss die angrenzende Wand sauber abkleben. Bei Raufaser ist das Abkleben schwieriger als auf glattem Putz. Ziehen Sie Klebeband ab, solange der Lack noch nicht komplett hart ist, sonst reißt die Kante aus.
Mehr zu passenden Wand- und Bodenanschlüssen finden Sie unter Renovierung im Altbau richtig planen.
Türfolie kann eine gute Lösung sein, wenn glatte, moderne Flächen gewünscht sind und der Untergrund eben ist. Besonders in Plattenbauwohnungen mit einfachen, glatten Türblättern funktioniert das häufig ordentlich. Bei profilierten Kassettentüren, beschädigten Kanten oder stark strukturierten Oberflächen ist Folie dagegen selten überzeugend.
Für eine Standardtür mit etwa 86 cm Breite und 198,5 cm Höhe benötigen Sie Folie mit ausreichender Breite oder müssen stückeln. Stückelungen sind sichtbar und wirken schnell billig. Gute Möbelfolie ist dicker, formstabiler und kostet mehr, lässt sich aber besser verarbeiten. Billige Dekorfolie für 10 € pro Rolle kann für kleine Flächen funktionieren, an einer ganzen Tür ist sie oft keine Dauerlösung.
Die Verarbeitung braucht Geduld: Türblatt aushängen, Beschläge entfernen, Untergrund reinigen, Folie ausrichten, Stück für Stück mit Rakel andrücken und Kanten sauber umlegen. An Schloss, Bändern und Falzen muss präzise geschnitten werden. Ein Heißluftföhn hilft bei Kanten, kann aber Folie auch überdehnen. Wenn Kinder oder Haustiere im Haushalt leben, sind Kanten die Schwachstelle. Dort beginnt Folie häufig zuerst, sich zu lösen.
Bei Mietwohnungen ist Folieren nur dann entspannt, wenn die Rückrüstung realistisch ist. Kleber kann auf alten Lacken Spuren hinterlassen. Machen Sie vorab einen Test an der Türunterkante oder einer unauffälligen Stelle. Aus Erfahrung rate ich bei hochwertigen Altbautüren eher vom Folieren ab. Der Materialcharakter der Tür geht verloren, und eine spätere fachgerechte Aufarbeitung wird schwieriger.
Ein Austausch wirkt zunächst einfach: alte Tür raus, neue Tür rein. In der Praxis beginnt die Frage bei der Zarge. Passt die vorhandene Zarge zum neuen Türblatt, kann nur das Türblatt getauscht werden. Das funktioniert bei Standardmaßen und passenden Bandpositionen. Häufig passen jedoch Bänder, Schlossposition oder Falz nicht exakt. Dann schließt die Tür schlecht oder steht sichtbar ab.
Beim kompletten Austausch wird die alte Zarge entfernt. Dabei entstehen fast immer Schäden an Tapete, Putz oder Bodenanschluss. In einem frisch renovierten Raum ist das ärgerlich. Deshalb sollte der Türaustausch zeitlich vor Malerarbeiten und vor empfindlichen Bodenarbeiten geplant werden. Bei schwimmend verlegtem Laminat oder Vinyl muss geprüft werden, wie die Zarge auf dem Boden sitzt. Wird eine Zarge einfach auf den Boden gestellt, kann das spätere Austauschen des Bodenbelags schwieriger werden.
In Mehrfamilienhäusern spielt Schallschutz eine Rolle, auch bei Innentüren. Eine einfache Wabenkern-Tür ist leicht und günstig, dämmt Geräusche aber nur mäßig. Röhrenspantüren sind stabiler und alltagstauglich. Für Schlafräume, Home Office oder Kinderzimmer kann eine solidere Tür sinnvoll sein. Eine einfache Wabenkern-Innentür kostet oft 70 bis 130 €, eine Röhrenspan- oder Vollspantür eher 150 bis 350 €, je nach Oberfläche und Maß. Für Feuchträume wie Bad und Gäste-WC sollten Kanten und Oberflächen feuchteunempfindlich sein.
Optisch sind CPL-Oberflächen robust und pflegeleicht. Weißlack wirkt hochwertiger, ist aber anfälliger für Macken und je nach Qualität schwerer auszubessern. Echtholzfurnier kann sehr schön sein, braucht aber ein stimmiges Raumkonzept. Wer viele Türen erneuert, sollte die Türdrücker einheitlich planen. Unterschiedliche Drückermodelle in Flur, Schlafraum und Bad lassen eine Renovierung schnell unfertig wirken.
Für angrenzende Stauraumlösungen im Flur passt ergänzend Garderobe und Stauraum im Eingangsbereich planen.

In einer 55 m² Altbauwohnung in Leipzig mit drei Zimmern, Küche, Bad und Flur waren sechs Innentüren vergilbt, aber technisch intakt. Die Türblätter waren etwa 82 cm breit und 201 cm hoch, die Zargen fest eingebaut und mehrfach überstrichen. Ein Austausch hätte wegen Sonderhöhen und Nacharbeiten an den Zargen rund 600 € pro Tür gekostet, also etwa 3.600 € insgesamt. Dazu wären Malerarbeiten an den angrenzenden Wänden gekommen.
Die wirtschaftlichere Lösung war hier: Beschläge erneuern, Türen und Zargen schleifen, kleine Macken spachteln, grundieren und seidenmatt lackieren. Material inklusive Lack, Schleifpapier, Spachtel, Rollen, Pinseln und Abdeckmaterial lag bei rund 430 €. Neue Drückergarnituren kosteten 42 € pro Tür, also 252 €. Insgesamt wurden etwa 682 € Material eingesetzt. Der Zeitaufwand lag bei zwei Wochenenden plus Trocknungszeiten. Das Ergebnis war nicht so perfekt wie eine neue Werkstattleckierung, aber für die Wohnung stimmig und deutlich günstiger.
Die sinnvolle Reihenfolge lautet: zuerst Zustand prüfen, dann Maße nehmen, dann eine Musterfläche oder Mustertür ausführen. Danach entscheiden Sie über alle Türen. Wer sofort sechs Türen anschleift und dann merkt, dass der Lackton nicht passt, hat sich unnötig Arbeit gemacht. Messen Sie Türblattbreite, Türblatthöhe, Wandstärke an der Zarge und die Position von Bändern und Schloss. Notieren Sie auch die Öffnungsrichtung nach DIN links oder DIN rechts. Das ist besonders beim Austausch wichtig.
Bei der Budgetplanung sollten Sie außerdem Nebenposten einrechnen: Abdeckvlies für 10 bis 25 €, hochwertige Lackrollen für 5 bis 12 € pro Stück, Schleifmittel für 8 bis 20 €, Spachtel für 6 bis 15 € und eventuell neue Türdichtungen für 10 bis 30 € pro Tür. Diese Kleinteile entscheiden nicht allein, aber sie machen aus einem scheinbaren 25-€-Projekt schnell ein realistisches 70-€-Projekt pro Tür.
Wer Türen im Zuge einer größeren Renovierung modernisiert, sollte auch Lichtschalter, Sockelleisten und Wandfarben mitdenken. Eine frisch lackierte weiße Tür neben vergilbten Schaltern und beschädigten Sockelleisten wirkt nur halb fertig. Passend dazu: Sockelleisten montieren und sauber abschließen.
Innentüren zu renovieren ist oft die wirtschaftlichste Lösung, wenn Türblatt und Zarge stabil sind. Lackieren bietet das dauerhafteste Verhältnis aus Kosten und Optik, verlangt aber saubere Vorbereitung. Folie ist schnell, eignet sich aber vor allem für glatte Türen und eher einfache Wohnsituationen. Der Austausch lohnt sich bei Schäden, Sonderwünschen, besserer Stabilität oder wenn ohnehin umfassend renoviert wird.
Bei üblichen Innentüren ist ein fachgerechter, neutraler Anstrich oft unkritisch, trotzdem sollten Mieter vorsichtig sein. Wenn die Tür zur Mietsache gehört, kann eine auffällige Farbe oder unsaubere Ausführung beim Auszug problematisch werden. Eingriffe an Zargen, Kürzungen oder Austausch sollten Sie schriftlich mit dem Vermieter abstimmen.
Bei einem Fachbetrieb sind je nach Zustand und Region etwa 180 bis 350 € pro Tür realistisch. Für sechs Türen liegen Sie damit ungefähr bei 1.080 bis 2.100 €. Profilierte Altbautüren, viele Lackschichten oder aufwendige Zargen können den Preis erhöhen.
Auf glatten, sauberen und stabilen Untergründen kann gute Folie mehrere Jahre ordentlich aussehen. Schwachstellen sind Kanten, Falze, Schlossbereich und mechanisch belastete Stellen. In Haushalten mit kleinen Kindern, Haustieren oder viel Durchgang ist Lack meist robuster.
Ein Austausch lohnt sich bei verzogenen Türblättern, beschädigten Zargen, Feuchtigkeitsschäden, unpassenden Maßen oder wenn bessere Stabilität und Schallschutz gewünscht sind. Auch bei einer Komplettsanierung ist der Austausch sinnvoll, weil Nacharbeiten an Wand und Boden ohnehin eingeplant werden.
Für viele Wohnungen sind seidenmatte, wasserbasierte Acryllacke oder PU-verstärkte Türlacke geeignet. Sie sind relativ geruchsarm und alltagstauglich. Wichtig ist, dass Lack und Grundierung zum vorhandenen Untergrund passen.
Es ist nicht zwingend, aber deutlich besser. Waagerecht auf Böcken lässt sich gleichmäßiger arbeiten, Läufer entstehen seltener und Kanten werden sauberer. Zargen müssen natürlich im eingebauten Zustand lackiert werden.